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Zwei Personen geben sich über Wohnungsunterlagen und Modellhäuser die Hand.

Pauschalbesteuerung (cedolare secca) jetzt auch bei Vermietung an Unternehmen möglich – Rechtssicherheit für Eigentümer 2025

Die italienische Kassation (Corte di Cassazione) hat mit den Urteilen Nr. 12076 und 12079/2025 eine richtungsweisende Entscheidung getroffen: Die Pauschalbesteuerung „Cedolare secca“ kann auch dann angewendet werden, wenn ein Mietvertrag mit einem Unternehmen abgeschlossen wird – vorausgesetzt, die Immobilie wird für Wohnzwecke eines Mitarbeiters genutzt.

Damit korrigiert das Höchstgericht die bisher restriktive Praxis der Agenzia delle Entrate, die diese Steuervergünstigung bislang nur bei Mietverhältnissen zwischen Privatpersonen zuließ.

Was ist die Cedolare secca?

Die Cedolare secca ist eine pauschale Einkommensteuer auf Mieteinnahmen, die anstelle der progressiven IRPEF angewendet werden kann. Sie ermöglicht eine vereinfachte und steuerlich attraktive Vermietung – insbesondere für private Eigentümer.

• Steuersatz: 21 % (bzw. 10 % bei vereinbart niedrigen Mieten)
• Keine zusätzlichen Steuern: Keine Stempel- oder Registrierungskosten
• Anwendbar auf Wohnimmobilien, die an natürliche Personen oder – seit 2025 – auch an Unternehmen zur Mitarbeiterunterbringung vermietet werden
• Optionale Anwendung, die bei Vertragsabschluss erklärt werden muss

Die Bedeutung der Kassationsurteile

Mit den Entscheidungen Nr. 12076 und 12079/2025 schafft die Kassation endlich Rechtssicherheit für tausende Eigentümer und Investoren in Italien. Unternehmen können nun Wohnraum für ihre Angestellten anmieten, ohne dass der private Eigentümer steuerliche Nachteile befürchten muss. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für langfristige, sichere Mietverhältnisse – besonders in Regionen wie Bozen, Trient, Verona oder Mailand.

Chancen für Investoren und Eigentümer

Für private Vermieter und institutionelle Investoren eröffnet sich damit ein interessanter strategischer Spielraum: Langfristige Mietverträge mit soliden Mietern (Unternehmen) werden steuerlich gleichgestellt mit klassischen Privatmietverhältnissen. Besonders attraktiv ist dies für Eigentümer, die in städtischen Regionen mit hoher Beschäftigungsdichte investieren.

Fazit

Die Urteile der Kassation sind ein Meilenstein für den italienischen Immobilienmarkt. Sie schaffen Rechtssicherheit, stärken die Privatvermietung und machen die Cedolare secca zu einem noch wertvolleren Instrument für steuerlich effiziente Immobilienstrategien.

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